VSH  (Varroa Sensitive Hygiene)

In jedem Bienenvolk gibt es einzelne Bienen, die in der Lage sind zu erkennen, ob sich in der geschlossenen Brutzelle eine Varroa Milbe vermehrt.

Diese Bienen öffnen die geschlossene Brutzelle.  Andere Bienen werden dadurch angeregt diese Zellen weiter zu öffnen und in vielen Fällen auszuräumen.

Dieses Verhalten ist in einem Video von      Jeffrey Harris     dokumentiert:        https://vimeo.com/37533182

 

Angeregt durch Infos von Paul Jungels,  Arista Stiftung und Jürgen Brauße sowie vielen Diskussionenin in der GdeB (Gemeinschaft der eoropäischen Buckfast Imker), habe ich mich 2016 intensiv mit dem Thema beschäftigt und erste eigene Erfahrungen gesammelt.

Ausgewählt wurden von mir 3 Herkünfte, deren Brutbild vermuten ließ, dass bereits Zellen geöffnet wurden.

20 Königinnen aus diesen drei verschiedenen Herkünften wurden von Jürgen Brauße in Berlin Blankensee mit homogen gemischtem Sperma aus seinem Pool instrumentell besamt.

Die homogene Mischung des Spermas von Drohnen fünf verschiedenen Abstammungen, die alle bereits VSH Verhalten zeigen, soll das phänotypische Erscheinungsbild der Drohnen Seite vereinheitlichen, so dass Unterschiede im Erscheinungsbild des Bienenvolkes in erster Linie der Königin zuzuordnen sind.

 

Die Königinnen wurden in Mini plus Kästen auf 4 Waben gehalten, die eigens für diese Selektion angeschafft wurden.

 

Nachdem Die Königinnen in Eilage waren und nach 5 Wochen erfahrungsgemäß überwiegend aus eigenen Töchtern der Königin bestanden, wurden die Völkchen mit zusätzlichen Milben infiziert.

Dazu wurden Bruträhmchen mit offener Brut, ohne Bienen, stark vermilbten Völkern, deren Königinnen 8 Tage vorher in Gitterkäfigen gesperrt wurden, aufgesetzt.

Die große Zahl vorhandener Milben wanderte nun in die Mini Rähmchen ein.

Nach 8 Tagen wurden die nun verdeckelten Rähmchen ohne Bienen wieder in Ihre ursprünglichen Völker zurückgegeben.

 

In den nächsten 4 Wochen hatten die Bienen nun Zeit sich um die Milben zu kümmern, oder auch nicht.

 

In dieser Zeit konnte ich in Ruhe, es war bereits Mitte September, meinen

Arbeitsplatz zur Kontrolle des Milbenbefalls herrichten.

 

Die Halterung meines Mikroskopes, das ich ansonsten zur instrumentellen Besamung nutze, wurde neu hergerichtet, so dass die Rähmchen mit der zu untersuchenden Brut

darunter genügend Platz hatten, damit man sie in alle Richtungen verschieben konnte.

 

 

Die begutachteten Bienenpuppen und deren Befall mit Milben wurden sorgfältig dokumentiert:

Alle Puppen wurden auf einem Fomblatt mit entsprechendem Raster abgelegt.

 

Getrennt nach:

 

links: Puppen ohne Milbe

 

rechts oben: Puppen mit toten, bzw. mit Altmilben, die sich bis zum Schlüpfen der Biene nicht erfolgreich vermehren konnten.

 

rechts unten: Puppen mit sich vermehrenden Milben

 

Abschließend wurde das Blatt fotografiert. So konnte später in aller Ruhe die Zählung ausgewertet werden.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

 

Der Vergleich machte deutlich, dass einige Ergebnisse auf ein bereits vorhandenes VSH Potenzial hinweisen.

 

Leider sind nicht alle Ergebnisse aussagekräftig, da insgesamt zu wenig Milben in der Brut vorhanden waren.

 

Der Umfang der Arbeiten machte allerdings auch deutlich, dass kaum mehr als eine Linie effektiv von einem Imker in Richtung VSH bearbeitet werden kann.